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Erster Netzwerktag in Papenburg zeigt, wie Inklusion gelingen kann

 

Papenburg. Vorträge, Workshops, Theater und Kunst – der erste Netzwerktag „Inklusion? Na klar!“ im Papenburger Mariengymnasium hat den Umgang mit körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen auf ganz verschiedenen Wegen thematisiert. Ausgerichtet wurde er vom St.-Lukas-Heim und der Stadt Papenburg.

 

„Inklusion hat eine unglaubliche Bedeutung für die Welt. Wir sollten Inklusion als selbstverständlich ansehen“, sagte Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer vom St.-Lukas-Heim. Inklusion bedeute, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört, egal wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder ob man eine Behinderung hat. „Inklusion ist auf der ganzen Welt wichtig, kein Mensch sollte auf einen Aspekt seines Wesens reduziert werden“, betonte Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft.

 

„Zauberformel oder Mogelpackung?“

Zu Beginn des Tages hielt Kai-Uwe Schablon, Dozent an der Fachhochschule für Heilerziehung in Hamburg, einen Vortrag mit dem Titel „Inklusion: Zauberformel oder Mogelpackung?“. Dabei zeigte er die positiven Seiten der Inklusion auf, übte aber auch Kritik. Der Grundtenor von Inklusion sei ihm zufolge, dass jeder angstfrei durch die Welt gehen könne. „Bestehende Strukturen sollen so verändert werden, dass die Unterschiedlichkeit der Menschen zur Normalität wird. Inklusion ist ein Menschenrecht“, sagte Schablon.

 

Die Schule sei jedoch ein Beispiel, bei dem Inklusion scheitere. Denn Schüler würden hier nach Noten sortiert und nach dem Selektionsprinzip als gute oder schlechte Schüler eingestuft werden. Schablon forderte: „Wir brauchen eine Veränderung im Schulsystem und integrative Begegnungsmöglichkeiten.“ Er bezog sich auf ein Zitat einer eingeschränkten Person, welches verdeutliche, wann Inklusion gelinge: „Inklusion ist für mich, wenn sich im Bus mal jemand neben mich setzen würde.“ 

 

Mitmach-Aktionen und kulturelles Angebot

Die Besucher des Netzwerktages konnten an verschiedenen Workshops teilnehmen und dadurch erfahren, wie Inklusion in der Schule, beim Sport oder im Arbeitsleben aussieht. So hatten die Teilnehmer des Workshops „Perspektivwechsel – Inklusion im Sport“ die Möglichkeit, einen Parcours in einem Rollstuhl zu absolvieren oder verschiedene Spiele mit verbundenen Augen zu testen.

 

Außerdem wurde ein Theaterstück mit Schülern der Fachschule St.-Raphael unter dem Titel „Wie Gesellschaft funktioniert“ vorgeführt. Parallel zu den Workshops wurde der „Markt der Möglichkeiten“ angeboten, bei dem verschiedene Vereine und Firmen ihren Umgang mit Inklusion vorstellten. Ebenso wurden verschiedene Bücher zum Thema Inklusion präsentiert und es bestand die Möglichkeit, sich die Kunstausstellung „Inklusion? Na klar!“ der Mittwochskünstler aus dem Betrieb für Lohnfertigung anzusehen.

 

Von Talea Norda

Quelle: Ems-Zeitung

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