InduS - Aktuelles

Patenduo vom SV Meppen

 

 

Im April startet Ligabetrieb für Inklusionsfußball-Mannschaften

 

Von Dieter Kremer

 

Im Haus des Sports in Sögel trafen sich Vertreter des Sports mit den künftigen Ligateilnehmern. Gespielt wird um zwei Meisterschalen.

 

Hermann Wilkens beschwor den besonderen Moment: „Heute passiert hier Sportge

schichte“, kündigte der KSB-Vizepräsident Sportentwicklung an. Ab April sollen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einem Ligabetrieb Fußball spielen.

 

Die zweigleisige Indus Emslandliga wurde im Haus des Sports in Sögel offiziell aus der Taufe gehoben. Indus lautet die Abkürzung für Inklusion durch Sport im Emsland. Die Patenschaft für die Liga übernehmen Martin Wagner und Thilo Leugers vom Fußball-Drittligisten SV Meppen, der ebenfalls ein Team stellen wird.

 

„Ihr setzt mit der Indusliga einen neuen Akzent“, lobte Karl Finke, Präsident des Behinderten-sportverbandes Niedersachsen, in seinem Grußwort die Verantwortlichen. Es sei wichtig, niemanden auszugrenzen, ergänzte er. Erster Kreisrat Martin Gerenkamp erinnerte an die Tafeln, die vom Land Niedersachsen und Landkreis Emsland an den Straßen aufgestellt worden. Darauf heiße es „Immer eine gute Idee“ beziehungsweise „Willkommen bei den Machern“, half er den Gästen auf die Sprünge. „Beide Tafeln treffen in besonderem Maße auf dieses Projekt zu“, so Gerenkamp. Er zitierte den Spruch von Winston Churchill: „Keine Stunde, die wir mit Sport verbringen, ist verloren“. Mit der Indusliga werde es etwas geben, worauf man stolz sein könne.

 

Von einem Leuchtturmprojekt sprach Frank Schmidt, im NFV im Ausschuss für gesellschaftliche Verantwortung tätig. Seit 2008 gebe es zwar landesweit schon eine Behinderten-Fußball-Liga (BFLN), aber eine Liga mit inklusiven Teams sei komplett neu. Schmidt: „Das ist kein selbstverständliches Angebot. Wir versprechen uns davon eine absolute Vorreiterrolle.“

 

Ebenso begeistert zeigte sich der emsländische Fußballkreisvorsitzende Hubert Börger von der Idee. „Als ich davon gehört habe, habe ich sofort zugesetzt. Eine ganz, ganz tolle Geschichte und für uns eine ganz große Ehre“, betonte Börger.

 

Sieben emsländische Vereine werden sich von April bis September mit insgesamt zehn Kinder- und Jugendmannschaften am Ligabetrieb beteiligen: SV Olympia Laxten (Team nennt sich Lucky Löwen), SC Blau-Weiß Papenburg (Blau-Weiß Kickers), Sportfreunde Schwefingen, TuS Haren, SV Meppen, ASV Altenlingen (Altenlingen Allstars) und JFV Haselünne (Lünnis Soccer Team).

 

Vor einem Jahr hatte es einen ersten Austausch mit den Trainern und Betreuern der Fußballmannschaften gegeben. Im Juni 2017 gingen Plagge und Co. auf den NFV-Kreis Emsland zu, zwei Monate später auf den Landesverband.

Das Projekt Indus wurde im September 2013 ins Leben gerufen. Beteiligt sind die drei großen emsländischen Einrichtungen der Behindertenhilfe – das Christophorus-Werk in Lingen, das St.-Lukas-Heim in Papenburg und das St.-Vitus-Werk in Meppen. Ziel ist es, die Integration von Menschen mit Behinderung in die örtlichen Vereine, Verbände und sozialen Netzwerke in den Bereichen Sport und Freizeitgestaltung zu gewährleisten. Finanziell beteiligt sind der Landkreis Emsland, die Städte Lingen, Meppen und Papenburg sowie die Sporthilfe Emsland und die Lotto-Sportstiftung.

 

Mittlerweile betreiben knapp 70 emsländische Sportvereine ein inklusives Sportangebot. Für die Vereine aus dem Altkreis Lingen war Inklusion bereits vorher ein Thema. Gab es dort doch die Initiative „LinaS – Lingen integriert natürlich alle Sportler“.

 

Geplant sind fünf Blockspieltage für zwei Ligen beim SV Olympia Laxten (8. April), SC Blau-Weiß Papenburg (6. Mai), SF Schwefingen (3. Juni), SV Meppen (19. August) und JFV Haselünne (16. September).

 

Die Spieltage beginnen jeweils um 11 Uhr. Ausgetragen werden die Partien auf E-Jugend-Spielfeldern.

 

Gespielt wird auf Jugendtore. Vor jedem Spiel stimmen die Trainer untereinander die Anzahl der Spieler ab. Beliebig oft kann ein- und ausgewechselt werden. Die Spielzeit beträgt 1 x 15 Minuten. Geleitet werden die Begegnungen von Jungschiedsrichtern der gastgebenden Vereine.

 

Am Ende wird ein Sieg immer mit 1:0 gewertet, egal, wie hoch der Erfolg tatsächlich ausgefallen ist. Die Tordifferenz spielt keine Rolle. Bei Punktgleichheit werden die Mannschaften aus denselben Tabellenplatz.

 

Bericht Ems-Zeitung

 

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